5 Jahre Gislerprotokoll

Unbequeme Fragen, grosse Wirkung – der vierte Gisler-Gipfel feiert 5 Jahre Gislerprotokoll

Am Donnerstag, 26. März fand der vierte Gisler-Gipfel des Gislerprotokolls in Zürich statt. Rund 120 Teilnehmende füllten das Restaurant Daizy bis auf den letzten Platz, um sich inspirieren zu lassen und 5 Jahre Gislerprotokoll zu feiern.

02.04.2026

Auf der Bühne standen neben Aktivist und Autor Markus Theunert sowie Prof. Dr. Gudrun Sander von der HSG auch Senad Gafuri, Annette Häcki und Serafina Kuster, die über die Repräsentation von Menschen mit Behinderungen in der Schweizer Werbung diskutierten.

Vor dem Gisler-Gipfel fand zudem die Mitgliederversammlung des Gislerprotokolls statt. Der Vorstand des Gislerprotokolls wurde fast vollständig wiedergewählt. Vorstandsmitglied Flavio dal Din hatte sich im Vorfeld entschieden, den Vorstand nach 4 Jahren zu verlassen und sich neuen Aufgaben zu widmen. Flavio dal Din wurde vom gesamten Verein für sein grosses und prägendes Engagement der letzten vier Jahre verdankt.

5 Jahre, viele Erinnerungen, grosser Dank

Den Auftakt des Gisler-Gipfels machte im Anschluss Vereinspräsidentin Nina Bieli. Zum Jubiläum blickte sie auf die Highlights der letzten fünf Jahre zurück und stellte gleich mehrere Jubiläumsspecials vor: “Shift happens”, ein Set an Reflexionskarten mit 36 Fragen rund um den Konzeptions- und Kreationsprozess, ein Topfpflanzen-Jubiläums-Shirt sowie den neuen Webauftritt des Gislerprotokolls. “Zum Jubiläum wollten wir etwas schaffen, das die Inhalte des Gislerprotokolls in einer Form festhält, die tagtäglich gebraucht werden kann. Zudem wollten wir unserer mittlerweile schon fast kultigen Topfpflanze ein gebührendes Denkmal setzen. So entstanden die Reflexionskarten und das Shirt. Das wir heute auch gleich noch unseren neuen Webauftritt vorstellen dürfen, freut uns natürlich umso mehr”, so Nina Bieli.

Das Shirt und die Karten sind ab kommender Woche auf www.gislerprotokoll.ch erhältlich.

Besonders erwähnte Bieli auch ihre Co-Initiantin Annette Häcki, die im Verlauf des Events ebenfalls auf der Bühne stand. “Das Gislerprotokoll war Annette und mein gemeinsames Herzensprojekt und ist es bis heute. Auch wenn Annette mittlerweile eher vom Rand mitwirkt – unter anderem als Mitglied mit ihrer Agentur DAY Partners – ist sie für mich immer noch eine unglaublich wichtige und wertvolle Sparringpartnerin”, so Nina Bieli.


Im Anschluss präsentierte Nina Bieli die Resultate der Stereotypen-Analyse 2025 (siehe separate Medienmitteilung vom 23.03.2026). Ein besonders auffälliges Resultat bildete die Grundlage für die folgende Podiumsdiskussion: Menschen mit Behinderungen sind in der Schweizer Werbung praktisch unsichtbar.

Behinderung und Repräsentation in der Schweizer Werbung

An der Podiumsdiskussion nahmen Annette Häcki, die als Kreative auf mehrere Jahre Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung von Kampagnen rund um das Thema Behinderung zurückblickt, Senad Gafuri, Geschäftsleiter der Organisation Reporter:innen ohne Barrieren und Serafina Kuster, HR-Expertin und seit ihrem 12. Lebensjahr im Rollstuhl teil. Gemeinsam diskutierten sie, was es braucht, damit Menschen mit Behinderungen sichtbarer werden in der Schweizer Kommunikation, auf was dabei zu achten ist – nicht zuletzt sprachlich – und was sich Betroffene selbst von ihrer Repräsentation wünschen.

Orientierungsvakuum und Radikalisierung – die Manosphere im Blick

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion bot Aktivist und Autor Markus Theunert Einblick in die Manosphere und die männlichkeitsideologische Radikalisierung. Er thematisierte die widersprüchliche Gleichzeitigkeit, derer sich (junge) Männer heutzutage stellen müssten und die Tatsache, dass Männer heute mit dieser Aufgabe viel zu oft allein gelassen werden. Aus diesem Orientierungsvakuum, so Theunert, schöpfe die politische Rechte zunehmend Kapital.

Diversity ist gesetzt – Inclusion ist eine Entscheidung

Den Abschluss machte Prof. Dr. Gudrun Sander, Professorin und Dozentin für Betriebswirtschaftslehre an der HSG mit dem Schwerpunkt Diversity Management. Sander sprach über den Woke Backlash und dessen bereits spürbare Auswirkungen in der Schweizer Wirtschaft. Sie zeigte aber auch Wege aus diesem Rückschritt auf und betonte in diesem Zusammenhang die Relevanz von Inclusion. “Diversity is a given, Inclusion is a choice for high-performance cultures”, so Sander.

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