
Kreativität als Weg in die Agenturwelt
Einblicke in die Ausbildung als Grafiker bei Jung von Matt LIMMAT.
Remo Bütler absolviert seine Ausbildung als Grafiker bei Jung von Matt LIMMAT und sammelt bereits früh Erfahrungen in realen Projekten. Er erzählt, wie er seinen kreativen Weg gefunden hat, was ihn im Agenturalltag überrascht hat und wie er sich Schritt für Schritt weiterentwickelt.
Was hat dich dazu motiviert, deine Ausbildung als Grafiker zu absolvieren?
Remo: Ich hatte eine nicht immer einfache Schulzeit und habe früh gemerkt, dass ich mich im klassischen Unterricht nicht so gut wiederfinde. Zeichnen und kreatives Arbeiten waren für mich aber immer etwas, worin ich komplett aufgehen konnte. Es war für mich eine Art, mich auszudrücken und einen Ausgleich zu finden. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass genau dort meine Stärke liegt. Deshalb habe ich mich entschieden, diesen Weg weiterzugehen und meine Kreativität in der Ausbildung als Grafiker gezielt weiterzuentwickeln.
Erinnerst du dich an deinen ersten Tag in der Agentur? Was hat dich damals am meisten überrascht?
Ja, ich erinnere mich noch sehr gut daran. Ich war nervös und aufgeregt, als ich durch die Tür ging. Dann wurde ich direkt von Christian Kies, dem Chief Creative Officer, herzlich empfangen und sogar umarmt – in dem Moment wusste ich sofort, dass ich hier willkommen bin. An meinem Arbeitsplatz lagen ein Jung von Matt Trikot, eine Trinkflasche und eine persönliche Willkommenskarte, was mich sehr gefreut hat. Am meisten überrascht hat mich aber, wie offen und herzlich die Leute hier sind. Ich hätte nicht erwartet, dass man sich vom ersten Moment an so gut aufgenommen fühlt.
Wie sieht dein Arbeitsalltag in der Agentur aus und welche Aufgaben übernimmst du konkret?
Mein Arbeitstag beginnt um 9 Uhr, indem ich mir zuerst einen Überblick über meine Projekte und Termine verschaffe. So kann ich meinen Tag strukturiert planen und Prioritäten setzen. Nach der Mittagspause arbeite ich fokussiert weiter bis am Abend.
Inhaltlich bin ich oft in die Ideenfindung eingebunden, wo ich aktiv an Konzepten mitdenke und erste kreative Ansätze entwickle. Gleichzeitig übernehme ich auch Aufgaben in der gestalterischen Umsetzung, zum Beispiel bei Layouts oder visuellen Ausarbeitungen.
Was aus der Schule konntest du schon anwenden und wie hilft dir das im kreativen Prozess?
Aus der Schule konnte ich vor allem gestalterische Grundlagen wie Bildaufbau, Typografie und den bewussten Einsatz von Farben direkt anwenden. Diese Basics helfen mir sehr im kreativen Prozess, weil ich Ideen nicht nur intuitiv entwickle, sondern auch gezielt und durchdacht umsetzen kann.
Auch das Arbeiten mit Programmen und das strukturierte Vorgehen bei Projekten haben mir geholfen. Ich habe gelernt, von der ersten Idee über Skizzen bis hin zur finalen Umsetzung in klaren Schritten zu arbeiten. Das gibt mir Sicherheit im Prozess und ermöglicht es mir gleichzeitig, kreativ zu bleiben und neue Ideen auszuprobieren.
Wie wirst du im Team begleitet und wie unterstützt dich dein Umfeld dabei, deinen eigenen Stil und dein Können weiterzuentwickeln?
Ich werde im Team sehr gut begleitet und bekomme regelmässig Feedback zu meinen Arbeiten. Das hilft mir, meine Stärken besser zu erkennen und gezielt an meinen Schwächen zu arbeiten. Besonders wertvoll finde ich, dass sich die Leute Zeit nehmen, mir Dinge zu erklären und ihre Erfahrungen zu teilen. Gleichzeitig habe ich auch die Freiheit, eigene Ideen einzubringen und meinen eigenen Stil zu entwickeln. Durch den Austausch im Team und die unterschiedlichen Perspektiven werde ich immer wieder inspiriert und herausgefordert, mich weiterzuentwickeln.
Diese Kombination aus Unterstützung und Eigenverantwortung hilft mir sehr, mein Können Schritt für Schritt auszubauen und meinen eigenen gestalterischen Weg zu finden.
Gab es ein Projekt, das dich besonders geprägt hat, sei es herausfordernd oder auch motivierend?
Da ich erst seit gut einem halben Jahr dabei bin, ist mein Portfolio noch überschaubar. Was ich aber richtig cool finde, ist die Arbeit für die Mobiliar. Da konnte ich erste Einblicke in echte Projekte bekommen und sehen, wie Ideen im Team entstehen und umgesetzt werden. Es war spannend, daran mitzuarbeiten und zu merken, wie viel Konzept und Abstimmung hinter einem Projekt steckt.
Für mich war das vor allem motivierend, weil ich gemerkt habe, dass meine Arbeit wirklich gebraucht wird und ich mich einbringen kann.
Welche Fähigkeiten konntest du während deiner Ausbildung bisher besonders weiterentwickeln, fachlich und persönlich?
Fachlich habe ich vor allem meine gestalterischen Grundlagen verbessert, also Typografie, Farbkonzepte und Layout. Ich habe gelernt, strukturierter zu arbeiten und meine Ideen besser auszuarbeiten, anstatt einfach drauflos zu gestalten.
Persönlich habe ich gelernt, besser mit Feedback umzugehen. Am Anfang war es nicht immer einfach, Kritik nicht zu persönlich zu nehmen, aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass sie mir hilft, besser zu werden. Außerdem bin ich selbstständiger geworden und übernehme mehr Verantwortung für meine Projekte. Auch mein Zeitmanagement hat sich verbessert. Gerade wenn mehrere Projekte gleichzeitig laufen, muss man gut planen und Prioritäten setzen.
Und gibt es auch eine lustige, unerwartete oder besonders kreative Erfahrung aus deinem Agenturalltag, die dir in Erinnerung geblieben ist?
Eine besonders lustige und unerwartete Erfahrung war für mich die Weihnachtsfeier in Hamburg. Dort waren extrem viele Leute aus der Agentur vor Ort – praktisch ganz Jung von Matt.
Ein Highlight war definitiv, als Jean-Rémy von Matt vor rund 900 Menschen auf der Bühne plötzlich angefangen hat, Flöte zu spielen – damit hätte wirklich niemand gerechnet. Das war so ein Moment, der mir gezeigt hat, wie besonders die Agenturkultur ist: Einerseits sehr professionell, aber gleichzeitig auch locker und voller Überraschungen. Das bleibt einem definitiv in Erinnerung.
Wenn du auf deine Lehre zurückblickst: Was hat sich anders entwickelt, als erwartet und was hat dich besonders positiv überrascht?
Da ich noch nicht so lange dabei bin, hatte ich am Anfang die Vorstellung, dass es vor allem ums Gestalten selbst geht. Aber ich habe schnell gemerkt, dass Konzept, Kommunikation und Feedback fast noch wichtiger sind. Was mich besonders positiv überrascht hat, ist, wie viel Vertrauen man bekommt und dass man an echten Projekten mitarbeiten kann. Das hat mich mega motiviert und mir geholfen, mich schnell weiterzuentwickeln.

