Effie Awards Switzerland 2026

Effizienz ist kein Widerspruch zu Kreativität.

Warum Wirkung im Marketing oberste Prioriät hat – ein Gespräch mit dem Jury Co-Präsidium der Effie Awards Switzerland 2026.

15.01.2026

2026 ist ein Effie-Jahr. In der kommenden Ausgabe der Effie Awards Switzerland werden erneut die wirkungsvollsten Kampagnen der Marketingkommunikation ausgezeichnet – unabhängig von Branche, Disziplin oder Absender. Eingereicht werden können Arbeiten, die ihre gesetzten Ziele nachweislich erreicht oder übertroffen haben. Entscheidend sind messbare Resultate, nicht Absender oder Budgetgrösse: Eingaben sind offen für Agenturen, Unternehmen und Einzelpersonen.

Mit einem klaren Fokus auf Marketingeffektivität gelten die Effie Awards als international anerkannter Leistungsnachweis für Kommunikation, die wirkt und zum Unternehmenserfolg beiträgt. Sie setzen in der Schweiz wie global Standards für Exzellenz, fördern eine Kultur der Wirkung und zeigen, worauf es in der Kommunikation von heute und morgen wirklich ankommt. Die Einreichungsphase startet im Frühjahr 2026, begleitet von praxisnahen Workshops zur Vorbereitung.

Erstmalig stehen zwei Persönlichkeiten gemeinsam der Jury vor: Lara Jelinski, Chief Growth Officer Central Europe & CEO Media Switzerland bei dentsu, und Daniel Fischer, Positioning & Planning Lead bei Swiss Re. Im Interview sprechen sie über die Bedeutung nachweisbarer Wirkung, die neue Co-Präsidiumslösung und was sie sich persönlich von der kommenden Ausgabe wünschen.

Was bedeutet es für euch persönlich, Teil des ersten Co-Präsidiums der Effie-Jury zu sein?

Lara Jelinski: Es ist ein Meilenstein für die Schweizer Kommunikationsbranche. Die Co-Präsidiumslösung steht für Kollaboration und Diversität – zwei Werte, die heute in unserer Branche aber auch in der Gesellschaft entscheidend sind. Für mich persönlich bedeutet es Verantwortung: Wir bewerten nicht nur Kampagnen, sondern sprechen auch mit Entscheidern über Effektivität und Accountability. In einer Branche, die sich so rasant verändert, ist es wichtig Innovationen einen Raum zu geben.

Daniel Fischer: Vor allem Verantwortung und Freude – Verantwortung, starke Arbeiten fair zu beurteilen, und Freude, hervorragende Einreichungen sichtbar zu machen, die Idee, Marke und nachweisliche Wirkung verbinden. In Ergänzung zu Lara bringe ich einen erfahrenen Blick auf Belege und Messung ein – also darauf, wie aus einer guten Idee tatsächlich Verhalten, Markenstärke oder Geschäftserfolg wird.

Was beinhaltet diese Rolle? Wie genau geht die Jurierung von statten?

Lara Jelinski: Unsere Aufgabe ist die Vereinheitlichung des Prozesses, die Steuerung des Diskurs und Qualitätssicherung. Wir moderieren die Jury, stellen sicher, dass Bewertungsraster eingehalten werden und dass Diskussionen faktenbasiert bleiben. Die Jurierung erfolgt in mehreren Phasen: Pre-Screening, Detailbewertung und intensive Diskussionen. Dabei analysieren wir Strategie, Media-Mix, KPIs und Business-Impact. Die Basis sind harte Fakten aber auch qualitative Faktoren wie strategische Klarheit und Innovationsgrad.

Daniel Fischer: Wir sorgen für gleiche Massstäbe und einen zügigen, transparenten Ablauf. Der Prozess: Vorabstudium mit Einzelwertung, anschliessend gemeinsame Diskussion mit Blick auf die Belege, danach die Schlusswertung. Wichtig sind saubere Ausgangswerte, verständliche Ziele und – wo möglich – Vergleichstests und Kontrollgruppen. So wird die Wirkung nachvollziehbar: vom Problem über die Idee und Umsetzung bis zum Ergebnis.

Was macht den Effie für euch zum wichtigsten Award der Branche?

Lara Jelinski: Effie ist ein Award, der den Nachweis von Wirkung ins Zentrum stellt. Der internationale Bekanntheitsgrad schafft Vergleichbarkeit. In einer Zeit, in der Marketingbudgets unter Druck stehen und CMOs jeden Franken rechtfertigen müssen, ist Effie der Benchmark für Performance und strategische Exzellenz. Er trennt «Nice to have»-Ideen von Business-Treibern.

Daniel Fischer: Ganz klar - Der Effie stellt die Wirkung ins Zentrum. Er zeigt, welche Arbeit Menschen und nicht nur die MarCom-Community wirklich bewegt und Marken stärkt – und macht Erfolge über Branchen hinweg vergleichbar. Gerade in Zeiten knapper Budgets schafft das Orientierung.

Warum ist der Fokus auf nachweisbare Wirkung heute relevanter denn je?

Lara Jelinski: Weil wir in einer Ära der Fragmentierung leben: Multi-Touchpoint-Kampagnen, programmatischer Einkauf, wachsende AdTech-Ökosysteme. Ohne harte Wirkungsnachweise können Marken und aber auch Agenturen die Orientierung verlieren. Wirkung ist eine Indikation für Wertschöpfung – gerade in Zeiten von Performance-Druck und datengetriebenem Marketing.

Daniel Fischer: Weil Wege zum Kunden vielfältiger und Daten komplexer geworden sind. Wer Wirkung belegt, priorisiert besser, lernt schneller und kann Investitionen solide begründen – ohne sich von schönen, aber leeren Zahlen blenden zu lassen. Belegbare Wirkung sichert dem Marketing und der Kommunikation einen «Platz am Tisch».

Gibt es Bereiche oder Branchen, die ihr ermutigen möchtet, (wieder) vermehrt einzureichen?

Lara Jelinski: Ja, unbedingt: B2B, Healthcare und Non-Profit. Diese Segmente leisten oft beeindruckende Arbeit unter komplexen Rahmenbedingungen, werden aber zu selten sichtbar gemacht. Gerade hier ist Effizienz oft der Schlüssel zum Erfolg – und verdient Anerkennung.

Daniel Fischer: Besonders ermutigen möchte ich B2B, den Public Sector und die Finanzbranche, die mir natürlich besonders naheliegt: Hier entstehen oft starke und wirkungsvolle Arbeiten, die trotz hoher Qualität manchmal gegen Vorbehalte ankämpfen und daher zu selten eingereicht werden.

Welche Rolle spielt Kreativität im Effie-Kontext – ist sie eher Mittel oder Bewertungskriterium?

Lara Jelinski: Kreativität ist kein Selbstzweck, sondern ein Hebel für Wirkung. Sie ist Mittel und Bewertungskriterium zugleich – aber nur dann relevant, wenn sie strategisch eingebettet ist und nachweislich zur Zielerreichung beiträgt.

Daniel Fischer: Beides. Kreativität zählt, wenn sie hilft, das definierte Problem besser zu lösen und die Marke zu stärken. Darum prüfen wir Originalität, Passung zur Strategie und ihren konkreten Beitrag zum Ergebnis.

Was wünscht ihr euch ganz persönlich von den Effie Awards 2026?

Lara Jelinski: Ein breiteres Spektrum an Cases, die beweisen, dass Effizienz und Kreativität kein Widerspruch sind. Ich wünsche mir Einreichungen, die zeigen, wie Marken Verantwortung übernehmen – für Wirkung, für Gesellschaft und für die Zukunft der Branche.

Daniel Fischer: Mehr Einreichungen, die zeigen, dass Markenaufbau und kurzfristige Ergebnisse zusammengehen und kein Widerspruch sind. Mutige B2B-Arbeiten. Und Dossiers, die so klar sind, dass man sie mit Freude im Team teilt – inklusive der Frage: «Was können wir davon lernen?»

Lara Jelinski und Daniel Fischer:

Lara Jelinski ist Chief Growth Officer Central Europe & CEO Media Switzerland bei dentsu. Sie steht für wirkungsorientierte Transformation in komplexen Organisationen und schafft die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum. Ihre Leidenschaft gilt strategischer Veränderung, Innovation und messbaren Resultaten – zentrale Werte, die sie auch als Co-Präsidentin der Effie Jury einbringt. Als erfahrene Netzwerkerin und Mentorin verbindet sie Leadership mit Substanz und einem klaren Blick für Wirkung.

Daniel Fischer ist Positioning & Planning Lead bei SwissRe. Er orchestriert in dieser Rolle die kommunikative Positionierung zu global relevanten Themen. Zuvor prägte er über ein Jahrzehnt lang die Marketing- und Kommunikationsarbeit bei UBS und Credit Suisse durch zahlreiche noch heute erfolgreiche Initiativen und einen klaren Fokus auf Markenpositionierung, Storytelling sowie Vertriebs- und Content-Marketing-Initiativen, die messbare Wirkung erzielen. Seine Erfahrung bringt er regelmässig in Jurys ein, unter anderem als Mitglied der Grand Jury der Effie Awards Switzerland 2022.

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